Heute plaudern wir ein bisschen aus dem Nähkästchen. Stichwort verkaufsstarkes Schreiben. Nähkästchen kennt kaum noch jemand. Woran sich aber so schnell nichts ändern wird: Text sells – wenn du dich an diese einfachen Regeln hältst.

1. Das Wichtigste zuerst
Komm auf den Punkt. Mit dem ersten Satz, mit der ersten Idee schaffst du Aufmerksamkeit. Anschließend kannst du eine geniale Argumentation entwickelt, warum dein Produkt das beste von allem ist. Doch zuvor schreibst du genau das: Mein Produkt ist das beste auf dem Markt. Oder das günstigste. Oder kleinste … Oder was auch immer es einzigartig macht.

2. Schreibe für konkrete Menschen
Richte dich nicht an eine nebulöse Masse potenzieller Kunden. Adressiere deine Marketingbotschaft an Menschen „wie du und ich“. Am besten, du stellst dir beim Schreiben eine Person aus deinem Bekanntenkreis vor, vielleicht auch eine kleine Gruppe. Die sprichst du an. So erzeugst du eine Sprachatmosphäre, in der sich auch andere Leser gemeint fühlen.

3. Stelle Fragen, gib Antworten
Zeige, dass du die Bedürfnisse, Wünschen und auch Kritik deiner Zielgruppe gut kennst. Gib ihnen das zu verstehen, indem du dir im Text selbst Schlüsselfragen zu deinem Angebot vorlegst – und sie auch gleich beantwortest. Auch hier wieder: Schreibe für Menschen, die du kennst. Nur so kannst du deine vielen anonymen Leser abholen und überzeugen.

4. Erzähl eine Geschichte
Okay, Storytelling wird wirklich in jedem Marketingseminar gepredigt. Und dann kommt das große Rumgeeier. Denn nicht jeder von uns ist ein begnadeter Geschichtenerzähler wie Balzac oder Michael Crichton. Deshalb: Schreibe, als ob du in deinem Lieblingscafé sitzen und einer Zufallsbekanntschaft erzählen würdest, was dir gerade unter den Nägeln brennt. Beschreibe, male aus, sei durchaus emotional. Als Richtschnur gilt: Wenn sich dein Text auch nur annähernd wie ein Schreiben vom Amt liest, muss du gegensteuern. Denn wer gibt gern Geld aus, wenn die Offerte von einer Behörde kommt?

5. Spare nicht mit Details
Zum Storytelling gehört Anschaulichkeit. Dass deine neue Softwarelösung so ungemein zielgruppengerecht und auf der Höhe der Zeit ist – gut und schön. Aber was macht sie dazu? Nenne Beispiele, beschreibe den Nutzen für die Anwender, zähle die Vorteile gegenüber dem Wettbewerb auf. Du bietest nicht einfach nur die schnellste Software an, du hast auch exakte Zahlen und kannst sie gegenüber der Konkurrenz einordnen. Erspare deinen Lesern das Googeln. Sei für sie da, wenn es um alle relevanten Informationen geht.

6. „Sie“ – „Du“ – Hauptsache nicht „man“
Mit einer direkten Ansprache setzt du deinen Lesern den Zeigefinger auf die Brust. Du sagst: Hier, das ist wichtig für dich! Der eine will lieber gesiezt, die andere geduzt werden. Das ist letztlich eine philosophische Frage. Der Trend geht immer mehr zum Du. Doch gemant werden will niemand. Man – das ist eine unpersönliche graue Masse. Und damit wären wir wieder bei Tipp 2.

Die berüchtigten Füllwörter sind manchmal (oh, da ist schon eins) das Salz in der Suppe. Ohne sie würde sich unser Text wie von der KI geschrieben lesen. Aber übertreib’s nicht. Nicht jeder Absatz verträgt ein Stakkato aus „sozusagen“, „mehr oder weniger“ und „ziemlich“. Fass dich also knapp und bleib immer hart an deinem Erzähltprang. Es kann übrigens (wieder so ein gemeines Füllwort!) nicht schaden, mal einen Blick in die Bibel zu werfen. Auch in der deutschen Übersetzung erlebst du eine großartige Sprache von überwältigender Kraft. Eines ihrer Geheimnisse: Es kommen kaum aufblähende Adjektive vor. Und die Verben strahlen Stärke aus. Ein Textguru hat einmal gesagt: Verben müssen schwitzen. Ein Mittelstürmer bewegt sich nicht aufs Tor zu – er rennt. Und nun los!