Wer über viele Jahre Immobilienthemen betextet, hatte sich daran gewöhnt: Die hochpreisigsten Eigentumswohnungen in München, Stuttgart oder Hamburg sind bereits verkauft, wenn die Farbe des Exposés noch gar nicht richtig trocken ist. Das ging jahrelang so. Dann kam Corona – und auf einmal häuften sich die Probleme. Der Immobilienmarkt brach ein. Die Delle war da. Und heute?

Wir durchkriechen die sprichwörtliche Talsohle noch immer im Schneckentempo. Es wird aber wieder mehr gebaut, verkauft, vermietet. Doch noch immer viel zu wenig. Rund 800.000 Wohnungen fehlen in Deutschland. 2024 sollten 400.000 neue gebaut werden. Am Ende waren es ungefähr die Hälfte. Dazu das alte Lied von den gestiegenen Bau- und Energiekosten, schlafmützigen und restriktiver Behörden und vom berüchtigten Baustau. Aber zumindest tut sich was. Ich freue mich, dass über die Jahre liebgewonnene Bauträger, Immobilienentwickler und Initiatoren allmählich zur alten Form zurückfinden. Das Bauvolumen zieht langsam an. Da ist es nur logisch, dass auch Werbung und Marketing wieder in die Spur kommen.

Denn eines ist klar: Es muss gebaut werden. Die Nachfrage nach Wohnraum schießt durch die Decke – ein nirgendwo auch nur im Ansatz befriedigter Bedarf. Die Folgen sind exorbitante Mieten. Die durchschnittlichen Neubaumieten liegen in Frankfurt, Berlin und München zwischen 18 und 26 Euro. Das ZDF berichtete neulich in einer Doku über Mieten von 1070 Euro für 21 Quadratmeter eines möblierten Zimmers. WG-Zimmer gleicher Größe können in München nochmal 200 Euro mehr kosten. Studenten zahlen im Schnitt erstmals über 500 Euro im Monat für die Studentenbude. Natürlich ziehen parallel die Kaufpreise wieder an. Das sind besondere Bedingungen, die gutes Marketing zu berücksichtigen hat.

Auch für den Texter weht der Winde längst aus einer neuen Richtung. Zielgruppen stehen noch enger im Fokus. Exposés werden zunehmend lifestyliger, ähneln Special Interest Magazinen. Kapitalanleger wollen mit konkreten Argumenten angesprochen werden. Aber eines ändert sich nie: das Mantra Lage, Lage, Lage. Die Darstellung von Makro- und Mikrostandort ist im Text längst vom Standard zur Kür geworden. So, ich mache mich nun mit frischem Elan an ein neues Exposé. Wenn Sie selbst für Ihr neues Objekt eines brauchen, lassen Sie uns darüber reden!

Autor: Michael Preil